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Veranstaltung 2002
Bundesarchitektenkammer e.V. 26.07.2002

Kinder und Jugendliche als Partner der gebauten Umwelt. Internationales Kolloquium "Architektur macht Schule"

Die Zeichen für Architektur in der Schule stehen in Deutschland so gut wie lange nicht. Das schlechte Abschneiden bei der PISA-Studie hat die Kultusministerien aufgeschreckt. Außerdem verstärkt sich der Trend, Fachleute von außen, in diesem Fall also Architektinnen und Architekten, in die Schule zu holen. Bis zu Verhältnissen wie in anderen europäischen Ländern, zum Beispiel Frankreich oder Finnland, ist es in Deutschland aber noch ein weiter Weg.

Fast schon ein wenig ungläubig lauschten die knapp 100 Besucher des internationalen Kolloquiums „Architektur macht Schule“ am 24. Juli 2002 in Berlin, was Corine Moyal vom Conseil International des Architectes Francais zu berichten hatte. Am 14. Juli 1998 fiel in Frankreich der Startschuss zu einer nationalen Kampagne mehrerer Ministerien. Ziel ist es, „den künftigen Bürger auf seine Verantwortung gegenüber seiner gebauten Umwelt vorzubereiten.“ Architektur soll demnach nicht nur Teil der musischen Erziehnung, sondern auch von Bürgerkunde sein. Knapp zwei Jahre später folgte ein gemeinsamer Fünfjahresplan des Bildungs- und des Erziehungsministeriums. Der Plan erstreckte sich auf 10.000 Kurse im Jahr 2000 und 20.000 Kurse im Jahr 2001. Die Kurse, die vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe reichen, umfassen künstlerische und kulturelle Projekte zur Stadtplanung und Architektur.

Corine Moyal nannte drei Gründe für das große Engagement des französischen Staates. Im Vordergrund steht der Wunsch, die zukünftigen Nutzer von Architektur zu einer ernsthaften Teilhabe an der gebauten Umwelt zu befähigen. Nutzer, Architekten und alle anderen Akteure der Stadt sollen künftig besser miteinander kommunizieren können. Daneben wird Architektur als Ausdruck von Kunst und Kultur gesehen. Architektur in der Schule soll aber auch helfen, schwierige Schüler in den Unterricht zu integrieren.

In Finnland sind staatliche Behörden bereits ebenfalls verpflichtet, der gebauten Umwelt mehr Aufmerksamkeit zu widmen, wie Inari Grönholm von der nationalen Erziehungsbehörde erläuterte. Ein neuer Lehrplan sorgt für die Integration von Architektur in andere Fächer wie Geografie, Mathematik oder Kunst.

Ein Vorreiter der staatlichen Förderung von Architektur in der Schule in Deutschland ist Bayern. Angelika Büttner, Vorstandsmitglied der Bayerischen Architektenkammer, stellte beim Kolloquium unter anderem das Projekt „Transform r.a.u.m.“ (Realität, Architektur, Unterricht, Modell) vor. An dem auf zwei Jahre angelegten Pilotprojekt nehmen 24 Lehrkräfte teil, die in regelmäßigen Workshops geschult werden. Auch der Architektenkammer Thüringen ist es diesen April gelungen, ein Abkommen mit dem dortigen „Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien“ zu unterzeichnen. In anderen Bundesländern setzten sich die Architektenkammern ebenfalls für die Kooperation mit Kultusministerien oder Schulbehörden ein, der Erfolg ist unterschiedlich.

Kennzeichnend für die gegenwärtige Situation in Deutschland ist, dass die Impulse für Architektur in der Schule von den Architektenkammern ausgehen. Die Projekte sehen sehr verschieden aus. Sie reichen von einer eintägigen Aktion zum Tag der Architektur in Bremen, Schnupperstunden in Berliner Architekturbüros, Lehrerfortbildung in Niedersachsen, Projekttagen in Sachsen, Workshops mit Exkursionen in Baden-Württemberg, die Entwicklung von Dia-Serien in Bayern und die Erarbeitung von Schulbüchern in Hessen bis hin zu Malwettbewerben in Nordrhein-Westfalen.

Konkrete Beispiele aus der Praxis stellte Gabriele Richter, Vorstandsmitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen vor. Bei dem Pilotprojekt „Vielfalt statt Asphalt“ in Duisburg-Marxloh etwa gestalteten Schüler, Eltern und Lehrer mit Hilfe von Architekten den Schulhof einer Gemeinschaftsgrundschule um. Rolf Toyka, Leiter der Fortbildungsakademie der Architektenkammer Hessen, präsentierte Lehr- und Lernmaterialien. Zum Thema „Siedlungsentwicklung, Wohnen und Nachhaltigkeit“ entwickelte die Architektenkammer Niedersachsen Methodenbausteine. Aus Hessen kam der Anstoß für die beiden Schulbücher „Planen und Bauen“ und „Wie gewohnt?“.

Architektur in der Schule dient nicht nur der „Schulung des Sehens und Erlebens“, so die Vizepräsidentin der Bundesarchitektenkammer Nina Nedelykov, sondern auch der „Erziehung unserer Bauherrn und Politiker“. Wenn die vorhandenen Ansätze Schule machen, gelingt es sicher, Kinder und Jugendliche zu Partnern der gebauten Umwelt zu machen.

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